Stefanie-Lahya Aukongo


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Gedichte

Momente des Moments

Morgenluft, sie riechen zu dürfen.
Alles schläft.
Sonne, die mich mit ihren Strahlen wach küsst.
Ein Baby. Schlaf. Sicherheit. Geborgenheit.
Eine Blume beim Öffnen der Blüte
zu betrachten.
Einen Vogel beim Zwitschern zu lauschen,
zu warten.
Vollste Konzentration. Fokussiert aufs Innerste. Herzschlag. Atem.
Fünf Minuten. Zeit ist unwichtig. Nicht real.
Intensive Momente des Moments.


Life is Life, nana na nana

Gestrandet im Gestern,
versunken im Morgen.
Leben und Erleben im Hier und Jetzt.

Wenn Leben bedeutet jeden Moment zu kosten.
Wenn Leben bedeutet zu atmen und zu spüren.
Wenn Leben bedeutet zu Lieben bis es kein Morgen mehr gibt.
Wenn Leben bedeutet zu geben
ohne zu nehmen und zu nehmen ohne zu geben.
Wenn Leben bedeutet dankbar zu erforschen.

Warum leben wir dann nicht?







Kassinga - eins neun sieben acht

Ein Meer. Ein Meer von Toten. Ein Totenmeer.
Unsagbar große unsichtbare Angst.
Bilder ohne Erinnerung.
Kein Lebensraum.
In Abwesenheit von mir.
Weit weg vom inneren Zimmer meines Ichs.
Und doch mittendrin.
Gejagt, gefoltert, unterdrückt.
Geschöpfe ohne Gesichter.
Geschöpfe ohne Seele.
Ein Ort ohne Geschöpfe.
Kassinga.


A-I-D-S

A - Angst vor dem Unbekannten
I - intensive Erkenntnisse
D - Dummheit des Schweigens
S - Suche nach Durchsichtigkeit


Über meine Mutter

Ohne Groll und Missachtung betrachte ich dieses andere Leben.
Demut
sollten, müssten
mich überkommen, mich begleiten.
Doch spüre ich Mitleid.
Ich spüre die Angst, die nicht kommuniziert wird.
Ich spüre die Trauer, weil Leben nicht mehr Leben ist.
Es zerreißt mich zu sehen.
Es zerreißt mich hinzusehen.
Es zerreißt mich wegzusehen.


Singen

Maßlos singen
und eintauchen,
hinab,
in die tiefsten Tiefen des Selbst,
und fühlen
und loslassen
und emporkommen,
hinauf,
in die höchsten Höhen des Seins,
und den Augenblick
leben,
einfach sein.


Schreie

Stumme Schreie,
sie sind laut,
doch sie werden nicht verstanden.

Sie sind so stark,
zu tiefgründig,
So sehr, dass sie schon wehtun.

Stumme Schreie,
sie betteln danach, erhört zu werden,
aber durch die Taubheit anderer,
sind sie niemals zu hören.

Sie rufen nach Liebe, Wärme
und Geborgenheit.

Stumme Schreie,
sie sind laut.
Schreie ohne Echo
Sie sind wie ein Abschied,
ein Abschied ohne Wiedersehen.

"Den Unsichtbaren
dieser Welt gewidmet,
denn eines Tages,
werdet Ihr an der Macht sein."


So bin ich…

Manchmal bin ich voller Befangenheit,
voller Zwiespalt,
voller Unkenntnis...

Dann bin ich voller Wohlwollen,
voller Herzlichkeit,
voller Gefühl...

Ab und zu bin ich voller Glückssterne,
voller Begeisterung,
voller Stirnküsse,
voller Illusionen,
voller Leidenschaft
und voller Empfindlichkeit...

Und manchmal bin ich voller Schmerz,
voller Unvernunft,
voller Verlegenheit...

Doch vor allem bin ich ... ein Mensch !

Es ist die Seele

Nicht das Herz ist krank,
sondern die Seele ist es, die schmerzt.
Viel tiefer als der innerste Punkt,
den man je nach außen tragen kann.
Ein Fenster ohne Aussicht.
Eine rückwärts laufende Uhr.
Ein unsympathischer und
unsichtbarer Begleiter,
der zum Freund wird.
Ein existenter, lebhafter und farbiger Schatten des Selbst.
Nicht das Herz ist krank,
sondern die Seele ist es, die schmerzt.



Schwarz

Schwarz fühlen
Schwarz denken
Schwarz sein

Was bedeutet es, diese Hautfarbe zu haben?
Eigentlich nichts Schlimmes, oder?
Peng! Schwarz.
Sie rufen
Asylantenpack,
Bananenfresser
und schreien Nigger.
Sie lachen, glotzen und
tuscheln leise: "Gucke die da!"
Erwachsene Menschen - nicht alle - zum Glück!
Erwachsene Menschen, von denen man Verständnis erhofft - im Gegenteil.
Aber was ist es nun?
Ich weiß es nicht.
Vielleicht ein riesengroßer Stempel?
Vielleicht aber auch Glück?
Das Glück anders zu sein.
Peng! Schwarz.
Schwarzmalerei, Schwarzfahren, Schwarzarbeit, leiten sich davon ab.
Aber warum?
Negative Beschreibungen.
Doch wo bleibt
das Positive,
die Fröhlichkeit,
der Lebensmut.
Wo bleiben die Sonnenstrahlen, die Steppe, die Farben, die Tänze.
Nicht zu vergessen die Musik, einfach der Rhythmus.
Untergegangen im Wall der vielen Vorurteile.
Untergegangen - Genauso wie die rot-gelb strahlende Sonne,
die am Abend den schwarzen Kontinent verlässt.


Kah - er - ieh - eh - geh

Krieg der mein Leben unauslöschbar beeinflusste.
Ohnmacht, Angst, Wut und Unverständnis -
Die Bitte nach Vergebung und Achtung sind gegenwärtig.

Krieg.
So leer, sinnlos und primitiv.

Wenn wir nicht anfangen uns gegen
Unsicherheiten, Neid, Kämpfe, und Egoismus
Entgegenzustellen, dann…
Ja, was dann?
Dann laufen wir Gefahr, dass sich Vergangenes stetig
Wiederholt.
Wir unbeirrt in einem
erdballgroßen Hamsterrad hasten und
kein Ende finden werden.
Es sind Eure Söhne und Töchter die leiden.
Es sind die Söhne und Töchter Eurer Gegner die leiden.
Am Tisch der Großzügigkeit gibt es kein Hass.
Am Tisch der Liebe wird ein Brot geteilt.
Am Tisch des Krieges wird gehungert.


Gedicht vom tiefen Gefühl und vom großen Herzen
(oder "Das tiefe Gefühl erklärt sich")

Und das tiefe Gefühl sagte:
"Ich liebe das große Herz so sehr,
weil mein Geist der Gegenwart seine Gefühle zum Atmen braucht und weil,
unser Schmerz empfänglich war für diese Nähe und weil,
die Tiefe in den Augen,
die Tiefe in der Seele und
die Tiefe in ihm mich einnehmen."
Und das tiefe Gefühl liebt das große Herz,
weil es das Hier und den Morgen überholte
und weil es überzeugt war,
dass aus einem Ich und Du, vielleicht
ein Wir werden kann.
Und dann sagte das tiefe Gefühl:
"Weil meine Seele den Schmerz des Geistes spürte und dass Zeit keine Bedeutung mehr hat, denn aus Monaten wurden gefühlte Jahre."
Ja und das tiefe Gefühl sagte auch:
"Dass ich ich sein konnte und durch das große Herz, durfte ich noch viel
besser,
weiser,
liebevoller und
schöner werden.
Und weil das große Herz einem Kontinent ein Lächeln verpasst hat."

Das tiefe Gefühl hielt inne.
Es war traurig. Von Liebe erschöpft.

Doch dann, dann schaute es auf und sprach:
"Ich liebe das große Herz so sehr, weil es ist wie es ist. Es ist eine Bereicherung meiner Seele, meines Inneren.
Denn auch, wenn Zeit unendlich zu sein scheint, begegnen sich Seelengeister nicht nur einmal."
Das war des tiefen Gefühls große Hoffnung.




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